Bericht von der Generalversammlung 2025
13. Generalversammlung, 04. Juni 2025
Dieses Geschäftsjahr wird als extrem fordernd in die Geschichte unserer Genossenschaft eingehen. Nie hätten wir erwartet vor solchen Problemen zu stehen. Deshalb war die Mehrheit der rund 110 Mitglieder auf der Generalversammlung auch nicht überrascht zu hören, dass die Ausschüttung einer Dividende für 2024 zur Diskussion stand.
Ein Blick auf die Gewinnentwicklung der vergangenen Jahre offenbarte die prekäre Lage. 2022 lag der Gewinn bei 228 000 €, im Folgejahr bei 242 000 € und schrumpfte in 2024 auf 43 000 €. Der Grund war Allen bekannt: Am 27. September 2024 brach an einem windigen Nachmittag ein Flügel des Langenberger Windrades ab.
Das Unglück hatte nicht nur gravierende Umsatzeinbußen zur Folge, es fielen auch hohe Kosten für Rechtsberatung und Gutachter an, außerdem mussten Rücklagen für die Schäden gebildet werden. Trotzdem laufen die Planungen für die Windfarm weiter und haben sich bisher schon auf Investitionskosten von 327 000 € summiert.
Diese Situation hat Aufsichtsrat und Vorstand dazu bewogen, den Mitgliedern den Verzicht auf die Dividende vorzuschlagen. Mit drei Gegenstimmen und sieben Enthaltungen konnte sich die Mehrheit diesen Argumenten anschließen. Der Gegenantrag, der trotz allem eine Dividende forderte, lief damit ins Leere. „Das Signal an die Landwirte wäre fatal: Sie warten seit Monaten auf ihre Entschädigungszahlungen und wir zahlen uns eine Dividende aus“, fasste ein Mitglied das Meinungsbild zusammen.
Den baulichen Schaden am Windrad hat die Herstellerfirma Nordex im Februar behoben, als es wettertechnisch möglich war, den Stumpf zu entfernen und drei neue Rotorblätter zu installieren. Bis dahin waren immer wieder Trümmerteile vom Stumpf auf die Felder geweht worden und verunreinigten die Böden, Grasflächen und bestellten Äcker. Den Landwirten sind dadurch Ausfälle und Zusatzkosten entstanden. Die Schuld für den abgebrochenen Flügel liegt ganz offensichtlich bei Nordex. „Unsere Haftpflichtversicherung fährt die Strategie, erstmal keine Entschädigung zu zahlen“, erläuterte Hubert Leiwes vom Vorstand. Einige Landwirte haben nach monatelangem Warten die Geduld verloren und inzwischen Klage gegen die RheWie eingereicht. „Nach meinem Gerechtigkeitsempfinden müssten wir diese Lücke kurzfristig schließen“, so seine Einschätzung, aber für den Beschluss werde die Generalversammlung noch zu einer Sondersitzung zusammenkommen.
Neben diesen negativen Nachrichten hatte der Vorstand aber auch noch Positives auf der Agenda: Die Planungen für die Windfarm Rheda-Wiedenbrück gehen gut voran. Die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes wurde vom Rat verabschiedet und liegt nun bei der Bezirksregierung Detmold zu Prüfung, der Kreis Gütersloh hat bereits sein positives Votum dazu abgegeben. Im letzten Jahr hat die Politik drei Räder aus der Planung genommen, so dass von den ursprünglich zwölf noch neun weiterverfolgt werden. Für drei der Anlagen ist ein Netzanschluss vorhanden, für die verbleibenden sechs wird der Versorger Westnetz das bestehende Umspannwerk am Wasserturm erweitern.
Mit welchem Hersteller wir die Windräder bauen werden, ist derzeit nicht entschieden. In das Genehmigungsverfahren waren wir mit der Firma Nordex gestartet, für die aktuell wenig Sympathien im Saal zu spüren war. Enercon ist ebenso im Rennen. „Zwei Angebote sind immer gut“, so die Quintessenz von Hubert Leiwes.
Der Zeitplan sieht ungefähr für Anfang 2026 die Kapitalerhöhung vor, 2027 den Baubeginn für die Kabel und Erdarbeiten und dann 2028 hoffentlich die Inbetriebnahme.
Nicht vergessen wurden bei der Sitzung unsere älteren Anlagen an der Aurea, die bei einer annähernd vollen Verfügbarkeit solide 9,3 Mio. kWh erwirtschafteten. Allerdings verzeichneten wir 2024 weniger Wind als im Vorjahr (10,2 Mio. kWh), berichtete Vorstand Peter Rentrup. Eine erfreuliche Neuigkeit vermeldete er ebenfalls: Das rote nächtliche Signallicht leuchtet nur noch bei Bedarf.
Einige Regularien galt es noch abzustimmen: Der Vorstand (eine Gegenstimme) und der Aufsichtsrat (einstimmig) wurden entlastet. Turnusgemäß standen nach drei Jahren die Aufsichtsratsposten von Theo Mettenborg und Brigitte Fiedler zur Wahl, die im Amt bestätigt wurden. Dann aber freuten sich viele Anwesende auf einen kleinen Umtrunk, bei dem ein Grüppchen Rechenspiele anstellte: „Bei einer Ausschüttung hätten wir pro Anteil ungefähr einen Euro bekommen – für die meisten kaum der Gegenwert für ein Essengehen…“
Der Vorstand der Rheda-Wiedenbrücker Energiegenossenschaft eG
Hubert Leiwes / Peter Rentrup / Peter Wernz
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